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Wissenschaft muss nicht materialistisch sein

Die Suche nach dem Sinn des Lebens mit Armin Risi

Es sei wissenschaftlich bewiesen, so wird immer wieder gesagt, daß der Mensch über eine Evolution der Tiere entstanden sei und daß die ersten lebenden Zellen auf der Erde zufällig aus anorganischer Materie entstanden seien. Jeder, der dies nicht glaubt, wird als „mittelalterlich“ und „unwissenschaftlich“, ja sogar als „wissenschaftsfeindlich“ verschrien.

Fakt ist: Es gibt Fossilien von ausgestorbenen und heute noch vorhandenen Pflanzen und Tieren. Es gibt anatomische und genetische Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Körpertypen im Pflanzen- und Tierreich. Es gibt gewisse parallele Verhaltensmuster bei verschiedenen Tieren und dem Menschen.

Die Frage ist nun: Mit welchem Weltbild interpretieren wir diese Fakten? Die Evolutionstheorie ist eine Interpretation gemäß dem Weltbild des Materialismus. Menschen mit einem materialistischen (oder atheistisch-esoterischen) Weltbild können sich gar nichts anderes vorstellen als eine Evolution, obwohl dies von den Fakten selbst keineswegs vorgegeben oder angezeigt ist. Es gibt kein einziges glaubwürdiges Modell, das auch nur theoretisch zeigen könnte, wie Einzeller zu Vielzellern, Weichtiere zu Wirbeltieren, Fische zu Amphibien, Amphibien zu Reptilien und Reptilien zu Vögeln und zu Säugetieren wurden. Wie sähe z. B. ein lebensfähiges Unikum aus, das zu 50 % Reptil und zu 50 % Säugetier ist? Daß ein solches Unikum durch zufällige Genmutationen entstehen könnte, ist unmöglich, und sowieso wäre es sogleich von der natürlichen Selektion eliminiert worden, oder es hätte sich nicht paaren können, da ja wohl kaum zufällig gerade ein zweites, gleiches Unikum des anderen Geschlechts parallel dazu entstanden war.

Glaubt man aber einmal an diese Interpretation, meint man plötzlich, überall eine „Evolution“ zu sehen, obwohl faktisch gar nichts darauf hinweist. Man will sogar in der Entwicklung des menschlichen Embryos eine Rekapitulation der Evolution sehen: anfänglich „Kiemen“, dann einen „Schwanz“ und dann (in der Lanugo-Behaarung des Fötus) ein „Fell“. Diese Fehlinterpretationen sind längst widerlegt, aber auch in heutigen Lehrbüchern werden „spezifische embryologische Merkmale“ immer noch gerne als (vorgebliche) Beweise für die Evolutionstheorie angeführt.

Dieselben Fakten können auch ganz anders interpretiert und erklärt werden, aber dazu müßten wir die Welt mit anderen Augen betrachten.

Auch in der Esoterik wird immer wieder versucht, die Evolutionstheorie spirituell zu interpretieren, schlicht und einfach deshalb, weil man diese Theorie glaubt und nie hinterfragt hat. Dabei wäre ein Hinterfragen durchaus angebracht, wenn wir das Glaubensbekenntnis anschauen, das hinter dieser Theorie steht.

Nur selten hat ein Wissenschaftler dieses Glaubensbekenntnis so deutlich ausgedrückt wie der berühmte Genetiker Prof. Richard Lewontin in einem Artikel, der am 9. Januar 1997 in der New York Review veröffentlicht wurde:
„Dies [die heute vorherrschende empirische Selbstbeschränkung der Wissenschaft] beruht auf einer schon früher eingegangenen Verpflichtung, nämlich einer Verpflichtung auf den Materialismus. Nicht, daß die Methoden und Institutionen der Wissenschaft uns auf irgendeine Weise zwingen würden, die materialistische Erklärung der Phänomene der Welt zu akzeptieren. Wir sind im Gegenteil durch unsere a priori [von vornherein] getroffene Grundsatzentscheidung für den Materialismus dazu gezwungen, Forschungsansätze und Erklärungskonzepte zu entwickeln, die sich auf materialistische Erklärungen beschränken. Dabei spielt es keine Rolle, wie sehr sie der Intuition der Nichteingeweihten entgegenstehen oder ob sie ihnen rätselhaft erscheinen. Darüber hinaus ist dieser Materialismus absolut, denn wir können keinen göttlichen Fuß in der Tür zulassen.“
Prof. Lewontin sagt hier, wissenschaftlich zu sein bedeute, ein materialistisches Weltbild zu haben, und daß alles, was nicht materialistisch sei, nicht wissenschaftlich und somit auch nicht wahr sein könne. Dabei ist er ehrlich genug zu sagen, daß die Wissenschaft an sich in keiner Weise einen solchen materialistischen Ansatz erzwingen würde.

Genauso ist die materialistische Evolutionstheorie in keiner Weise zwingend, ja nicht einmal logisch und aufrichtig, denn sie kann nur „dank“ der Unterschlagung bzw. Banalisierung zahlloser Phänomene des Lebens existieren. Vielleicht war alles ganz anders: Fische wurden nie Amphibien, Amphibien nie Reptilien, Reptilien nie Säugetiere, Tiere nie Menschen. Wenn wir die Perspektive der geistigen Welten und Wesen mit in unser Weltbild aufnehmen, kommen plötzlich ganz andere Möglichkeiten in das Blickfeld unseres Horizonts.

(Quelle: https://www.armin-risi.ch/Artikel/Philosophie/Glauben-und-Wissen.php)

Gast: Armin Risi  (Philosoph, Autor & Referent)
Moderation: Alexandra Wurlitzer