Wenn das Gehör heimlich leidet – Ein Interview mit Dr. med. Petra Wiechel, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Expertin für biologische Medizin

Gesundes Gehör: Was unseren Ohren wirklich schadet

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Dr. Petra Wiechel erklärt in klarer, fürsorglicher Sprache, welche Faktoren das Gehör nachhaltig schädigen und welche Maßnahmen Sie ergreifen können, damit Ihr Hörvermögen lange erhalten bleibt. Die Brücke zwischen Schulmedizin und Ganzheitsmedizin führt hier zu konkreten Empfehlungen: mehr Durchblutung, achtsamer Umgang mit Medikamenten, sinnvolle Prävention und praktische Hausmittel. Dieser Beitrag ist eingebettet in das Netzwerk von QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden und richtet sich an alle, die Verantwortung für ihr Gehör übernehmen möchten.

Interview

Warum ist das Gehör so verletzlich und welche Zusammenhänge mit anderen Organen sollten Sie kennen?

Dr. Petra Wiechel erläutert, dass das Gehör wie die Augen stark von der Mikrozirkulation abhängt. Wenn kleine Gefäße nicht genug Sauerstoff und Nährstoffe liefern, leidet das Innenohr. Auch die Leber spielt eine Rolle: Ein schwacher Leberstoffwechsel kann indirekt das Auge und das Gehör beeinträchtigen. Darum ist es sinnvoll, die Stoffwechsel- und Entgiftungsfunktionen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Ärztin macht erklärende Handbewegung vor Kamera, deutliches Gesicht, klare Bildqualität

Welche alltäglichen Belastungen sind besonders schadhaft für das Gehör?

Zu laut eingestellte Musik, dauerhafte Lärmbelastung und hohe Schalldruckpegel sind klassische Schäden. Ab etwa 85 Dezibel beginnen Gefährdungen für das Innenohr. Dr. Wiechel rät: Fragen Sie sich, ob Ihnen ein Konzert oder laute Umgebung diese Belastung wert ist, und schützen Sie Ihr Gehör durch Ohrstöpsel. Auch wiederholte, starke Belastung in jungen Jahren kann langfristig Hörverlust begünstigen.

Weitwinkelaufnahme von Dr. Petra Wiechel am Tisch im Studio mit Sonnenblume und Büchern, gestikulierend

Wie verhält es sich mit der Reinigung der Ohren — sollten Sie selbst säubern?

Die Erfahrung zeigt: Ohren haben eine sinnvolle Selbstschutzschicht, das Cerumen. Übertriebene Reinigung entfernt diesen natürlichen Schutzfilm und kann Feuchtigkeitsprobleme oder Verstopfungen begünstigen. Dr. Wiechel empfiehlt vorsichtiges Vorgehen: Lassen Sie hartnäckige Pfropfen von einem versierten Profi entfernen oder spülen Sie den Gehörgang behutsam. Übernehmen Sie nicht ungeübte Eigenmanipulationen.

Dr. Petra Wiechel erklärt gestikulierend am Tisch (Handbewegung wie eine kleine Pinzette), mit Sonnenblume und Büchern im Bild — passend zur Empfehlung, Ohren nicht zu stark zu reinigen.

Welche Medikamente und Substanzen gefährden das Gehör?

Manche Antibiotika und Chemotherapeutika tragen ein ototoxisches Risiko. Beispiele sind Aminoglykoside, Ciprofloxacin, Ofloxacin, Doxycyclin und das Chemotherapeutikum Cisplatin. Auch Hochdosen von Schmerzmitteln können schaden. Dr. Wiechel empfiehlt, bei verordneten Medikamenten Risiko und Nutzen mit dem behandelnden Arzt zu besprechen und bei potenziell schädigenden Wirkstoffen regelmäßige Hörtests (Audiometrie) als Ausgangswert und Kontrolle durchzuführen.

Welche Rolle spielt die Durchblutung — und was können Sie konkret tun?

Kleine Kapillaren im Innenohr sind empfindlich. Ist die Mikrozirkulation beeinträchtigt, kommt zu wenig Sauerstoff an die Zellen. Maßnahmen, die die Durchblutung fördern, helfen dem Hörorgan. Wärmebehandlung, wie gezielte Infrarot- oder Rotlichtbestrahlung am Ohrbereich, kann Kapillaren öffnen, die Zirkulation verbessern und Tinnitus positiv beeinflussen. Ein Patient berichtete von täglicher 15‑ bis 20‑minütiger Rotlichtanwendung über viele Monate mit merklicher Besserung.

Ärztin zeigt mit Händen auf den Bereich um die Ohren, als sie Durchblutung und Therapien erklärt.

Welche ergänzenden Hausmittel oder therapeutischen Ansätze empfiehlt Dr. Wiechel?

Dr. Wiechel erwähnt DMSO in 3%-Lösung als ein praktisches Mittel für Schleimhäute. Sie selbst nutzt es lokal als Augentropfen und gibt gelegentlich wenige Tropfen ins Ohr. DMSO zeigt antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Eigenschaften und kann Mikrozirkulation und Lymphfluss unterstützen. Bei Anwendungen am Ohr empfiehlt sie Vorsicht und Rücksprache mit fachkundigen Therapeuten.

Dr. Petra Wiechel berührt die Kiefer-/Ohrregion und erklärt vorsichtige lokale Anwendungen am Ohr.

Welchen Einfluss haben Halswirbelsäule, Nerven und muskuläre Spannungen?

Die Nerven, die für Hören und Gleichgewicht zuständig sind, ziehen aus dem Hirnstamm und verlaufen durch den Halswirbelsäulenbereich. Chronische Verspannungen, HWS-Traumata oder Narben können die Leitungswege stören und dadurch Hör- und Gleichgewichtsstörungen verursachen. Neuraltherapie, manuelle Therapie und das Lösen muskulärer Anspannungen sind wichtige Bausteine, um diese Blockaden zu behandeln.

Ärztin im Studio berührt den Hals- und Kieferbereich, erklärt Zusammenhänge zwischen Halswirbelsäule und Hören

Welche besonderen Risiken sollten Eltern und Betreuer beachten?

Die Sprachentwicklung von Kindern hängt eng mit dem Hörvermögen zusammen. Achten Sie auf frühes Überhören, undeutliches Sprachverständnis oder verspätete Sprachentwicklung. Bei Auffälligkeiten ist eine zeitnahe Abklärung wichtig. Präventiv schützt ein achtsamer Umgang mit Lärm und unnötigen Medikamenten das kindliche Sensorium.

Wie stehen Impfungen in Bezug auf Hörschäden?

Dr. Wiechel mahnt zu individueller Risikoabschätzung. Sie berichtet von Einzelfällen, in denen nach Impfungen Hörstörungen auftraten. Generell gilt: Nutzen und Risiko jeder Impfung sollten abgewogen und bei Unsicherheiten mit erfahrenen Ärztinnen und Ärzten besprochen werden. Pauschale Aussagen vermeidet sie; es geht um individuelle Entscheidungsfindung.

Dr. med. Petra Wiechel am Tisch im Studio mit eingeblendetem Namensbalken, Sonnenblume und Bücher im Vordergrund

Konkrete Präventionsempfehlungen

  • Schützen Sie Ihr Gehör vor Lautstärke: Ohrstöpsel bei Konzerten oder dauerhaftem Lärm.
  • Pflegen, nicht reinigen: Cerumen in Ruhe lassen, bei Problemen fachärztlich entfernen lassen.
  • Vorsichtig mit Medikamenten: Fragen Sie nach ototoxischen Nebenwirkungen und lassen Sie eine Audiometrie durchführen, wenn nötig.
  • Fördern Sie die Durchblutung: Wärme, gezielte Rotlichtanwendung und Lebensstilmaßnahmen wie Zuckerreduktion.
  • Behandeln Sie Nacken- und HWS-Probleme: Manuelle Therapie, Neuraltherapie und physiotherapeutische Maßnahmen können Nervenirritationen lindern.
  • Behalten Sie Lebendimpfungen und individuelle Risiken im Blick: Nutzen-Risiko-Analyse mit der Ärztin oder dem Arzt.

FAQ

Ab welcher Lautstärke ist das Gehör gefährdet?

Schäden können ab langfristiger Exposition an Pegeln um 85 Dezibel entstehen. Kurze Spitzen können bereits akute Schäden verursachen. Schutz bei hoher Lautstärke ist unerlässlich.

Ist regelmäßiges Ohrspülen schädlich?

Nicht zwingend, aber unsachgemäßes Entfernen des Cerumens kann den natürlichen Schutzfilm beseitigen. Lassen Sie Pfropfen bei Unsicherheit von Fachpersonen entfernen.

Welche Medikamente sind besonders problematisch für das Gehör?

Aminoglykoside, bestimmte Chinolone, Cisplatin und teilweise Doxycyclin können ototoxisch wirken. Informieren Sie sich und kontrollieren Sie das Gehör bei längerer Anwendung.

Kann Rotlicht oder Infrarot bei Tinnitus helfen?

Einige Menschen berichten von Verbesserung durch regelmäßige, gezielte Wärmeanwendung, da die Kapillaren geöffnet werden und die Mikrozirkulation verbessert wird. Konsultieren Sie eine Fachperson, bevor Sie eine Therapie langfristig durchführen.

Was kann ich bei beginnendem Hörverlust sofort tun?

Suchen Sie ärztliche Abklärung und eine Grund-Audiometrie, überprüfen Sie Medikamente, schützen Sie sich vor Lärm, fördern Sie die Durchblutung und erwägen Sie therapeutische Maßnahmen zur Entspannung der Halsmuskulatur.

Abschluss, Angebote und Dank

Die QS24 Mediengruppe AG bietet umfassende Informations‑ und Weiterbildungsangebote, die Sie gezielt nutzen können. Unsere erste Ausgabe des QS24 Gesundheitskompasses erreichte eine Verteilauflage von 140’000 Exemplaren. Die zweite Ausgabe erscheint im November 2025 und markiert einen neuen Meilenstein mit über 600.000 Exemplaren, davon rund 580.000 direkt verteilt im D‑A‑CH‑Raum.

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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen.

Herzlichst,

Das Team von QS24

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