Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Über die Gesprächspartner
- Interview (Fragen & Antworten)
- Praktische Empfehlungen für Angehörige und Fachpersonen
- FAQ — Häufig gestellte Fragen
- Schlusswort — Brücken bauen zwischen Ursachen und Wirkungen
- Weiterführende Angebote von QS24
- Dankbarkeit und Abschluss
Einleitung
In einem einfühlsamen Gespräch auf QS24 erklärt Dr. med. Christa‑Maria Hempel, wie lebensbedrohliche Krankheiten oft zu einer spirituellen Krise führen — und wie Heilung nicht nur körperlich, sondern innerlich möglich werden kann. Sie erfahren hier kompakt und klar, welche Begleitung Betroffene brauchen, welche inneren Kräfte aktiviert werden können und welche praktischen Wege sinnvoll sind. Dieses Interview wurde präsentiert von QS24 — und ist Teil der ganzheitlichen Gesundheitsarbeit auf QS24, wikiSana, QS24.tv, Sprechstunden.
Über die Gesprächspartner
Moderatorin Alexandra Wurlitzer spricht mit Frau Dr. med. Christa‑Maria Hempel, Palliativmedizinerin, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie. Dr. Hempel bringt jahrzehntelange Erfahrung aus der Begleitung von Menschen in Palliativsituationen mit — eine Perspektive, die schulmedizinische Beobachtung mit seelischer und spiritueller Fürsorge verbindet. Dieses Interview richtet sich an Alle, die sich informieren wollen und Wege suchen, Mitgefühl zu geben oder selbst begleitet werden zu wollen.
Interview (Fragen & Antworten)
Frau Dr. Hempel, stürzt eine lebensbedrohliche Diagnose automatisch in eine spirituelle Krise?
Dr. Hempel: Nicht zwangsläufig — aber häufig. Viele Menschen reagieren mit Schock oder innerer Erstarrung, wenn sie die Nachricht hören. Es gibt jedoch auch Menschen, die bereits vorher gespürt hatten, dass etwas zu Ende geht, und die so mit der Diagnose gelassener umgehen. Manchmal ist es tiefe spirituelle Arbeit oder einfache Naturverbundenheit, die diesen Unterschied ausmacht.
Welche unterschiedlichen Formen spiritueller Krisen begegnen Ihnen in der Palliativarbeit?
Dr. Hempel: Typisch sind Zweifel an einer höheren Macht oder an Gott, ein Gefühl von Ungerechtigkeit („Warum ich?“), aber auch tiefe innere Leere und das Erleben von Sinnlosigkeit. Solche Krisen sind nicht nur bei schwer Erkrankten zu finden — die allgemeine Zunahme von Sinnfragen in der Gesellschaft macht die Herausforderung größer, wenn dann noch eine schwere Erkrankung hinzukommt.
Wie erkennt man als Außenstehende/r, dass jemand in einer spirituellen Krise steckt — und wie sollte man reagieren?
Dr. Hempel: Wahrnehmen braucht Offenheit. Wer noch nie von spirituellen Krisen gehört hat, übersieht sie leichter. Entscheidend ist Beziehung: zuhören, empfinden, aushalten — und nicht mit schnellen Ratschlägen agieren. Viktor Frankls Gedanke hilft: Wenn Worte versagen, zählt die Bereitschaft zuzuhören und das Leid gemeinsam auszuhalten.
Was tun, wenn Betroffene Hilfe ablehnen — wie nähert man sich sensibel?
Dr. Hempel: Man unterscheidet zwischen dem, was jemand braucht, und dem, was er wünscht. Manche Menschen waren Zeitlebens Einzelkämpfer und wollen keine Hilfe. Dann ist das zu respektieren. Wichtig ist, eine Einladung zu halten: zu zeigen, dass Unterstützung möglich ist, ohne aufzudrängen. Ermutigung und Solidarität öffnen Türen — nicht Überredung.
Gibt es Hoffnung auf körperliche Verbesserungen durch innere Prozesse — also können Sinnfindung und innere Heilung den Krankheitsverlauf beeinflussen?
Dr. Hempel: Ja. Die moderne Universitätsmedizin vernachlässigt oft die Selbstheilungskräfte. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen Menschen trotz negativem Befund Wege fanden, innerlich zu heilen — und bei denen Tumore später nicht mehr nachweisbar waren. Entscheidend ist die Frage: Warum will ich weiterleben? Sinn und Motivation können die Voraussetzung schaffen, dass Körper und Geist gemeinsame Heilwege finden.
Welche Methoden empfehlen Sie konkret bei der Sinnsuche oder inneren Arbeit?
Dr. Hempel: Im Zentrum steht das Gespräch — Begleitung, die hilft, eigene Ressourcen zu finden. Für Menschen, an die man nicht über Worte gelangt, kann Hypnose eine Möglichkeit sein, das Unterbewusste zu erreichen. Schreiben, Tagebuch oder Abschiedsbriefe helfen manchen, sind aber nicht für alle möglich. Wichtig ist: keine Ratschläge, sondern ein offener Ort, um herauszufinden, was jetzt passt.
Praktische Empfehlungen für Angehörige und Fachpersonen
- Seien Sie präsent: Zuhören ist oft wirksamer als kluge Worte.
- Respektieren Sie Ablehnung, behalten Sie dennoch eine einladende Haltung.
- Suchen Sie gemeinsam nach Vertrauenspersonen (Ärztin/Arzt, Seelsorger/in, Psycho‑Onkologe/in).
- Erkennen Sie: Heilung kann auch innerlich stattfinden — fragen Sie nach Lebenssinn und Motivation.
- Vermeiden Sie Schubladendenken — jede Biografie ist individuell.
FAQ — Häufig gestellte Fragen
Führt jede lebensbedrohliche Erkrankung zu einer spirituellen Krise?
Nein. Einige Menschen haben sich innerlich vorbereitet oder leben sehr naturverbunden; andere geraten tief in Zweifel oder Sinnlosigkeit. Die Reaktion ist individuell.
Wie rede ich sensibel über die Diagnose?
Mit Empathie, ohne zu bewerten. Zuhören, nachfragen, ob die Person sprechen möchte — und anbieten, bei Bedarf professionelle Begleitung zu vermitteln.
Kann Hypnose wirklich helfen?
Für manche Menschen ja. Hypnose kann Zugang zum Unterbewussten öffnen, wenn das bewusste Nachdenken zu schwer fällt. Es ist ein Werkzeug unter vielen, kein Allheilmittel.
Wo finde ich Unterstützung durch Dr. Hempel?
Dr. Hempel bietet integrative Medizin in der ZEUMS‑Praxis in Neugersdorf an. Weitere Informationen finden Sie auf der Praxiswebseite.
Schlusswort — Brücken bauen zwischen Ursachen und Wirkungen
Dr. Hempel zeigt mit großer Wärme und Klarheit: Lebensbedrohliche Krankheiten sind nicht nur ein körperlicher Befund, sondern oft eine Einladung, innere Fragen zu stellen. Schulmedizin und Ganzheitsmedizin — beide brauchen einander. Empathie, Begleitung und die Suche nach Sinn öffnen Räume, in denen Heilung stattfinden kann — in welcher Form auch immer. Wenn Sie betroffen sind oder jemanden begleiten, seien Sie sanft, neugierig und mutig im Fragen.
Weiterführende Angebote von QS24
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Dankbarkeit und Abschluss
Wir danken Frau Dr. Christa‑Maria Hempel für ihre ehrlichen Einblicke und Ihnen fürs Lesen. Bleiben Sie achtsam mit sich und Ihren Nächsten. In Verbundenheit und Dankbarkeit, Ihr QS24‑Team.














