Dieses Gespräch mit Dr. Christian Burghardt erscheint im Rahmen von QS24 — Ihrem Schweizer Gesundheitsfernsehen. In klarer, fundierter Sprache erklärt Dr. Burghardt, warum Vitamin D längst mehr ist als ein einfaches Vitamin, wie man Messwerte richtig interpretiert und welche Kombinationen wirklich sinnvoll sind. Lesen Sie weiter, wenn Sie verstehen wollen, wie Vitamin D Ihr Immunsystem, Ihren Knochenstoffwechsel und Ihr Altern beeinflussen kann — und wie Sie konkret handeln können.
Inhaltsverzeichnis
- Inhalt und Ablauf
- Interview
- FAQ — Häufige Fragen
- Praktische Schritte für Sie
- Weiterführende Angebote von QS24
- Warum Sie jetzt handeln sollten
- FAQ Kurzübersicht
- Abschließende Worte
Inhalt und Ablauf
Das Interview folgt diesen Schwerpunkten:
- Warum Vitamin D als Hormon verstanden werden sollte
- Wie man Vitamin-D-Werte sinnvoll misst (Calcidiol & Calcitriol)
- Dosierung: täglich versus hochdosiert
- Die Bedeutung von Vitamin-D-Ratio für stille Entzündungen
- Synergien mit A, E, K1, K2, Magnesium und weiteren Mikronährstoffen
- Praktische Empfehlungen für Check-ups und Therapie
Interview
Herr Dr. Burghardt, warum wird Vitamin D heute häufig nicht mehr nur als Vitamin, sondern als Hormon betrachtet?
Dr. Christian Burghardt erklärt: Historisch wurde Vitamin D als Vitamin klassifiziert, weil man die klassische Erkennungszeit nicht kannte. Heute wissen wir: Vitamin D wirkt hormonell. Es wird in mehreren Schritten zu aktiven Metaboliten umgewandelt, dockt an Rezeptoren an und verändert Genaktivität. Daher sprechen Experten zunehmend vom Vitamin-D-Hormon. Das erklärt auch, warum seine Wirkungen so vielfältig sind — vom Immunsystem über Knochenstoffwechsel bis hin zur zellulären Energie.

Welche Messgrößen sind entscheidend, wenn man den Vitamin-D-Status beurteilen will?
Dr. Burghardt betont: Es sind mindestens zwei Kenngrößen wichtig — das 25‑OH‑Vitamin D (Calcidiol) und das 1,25‑(OH)2‑Vitamin D (Calcitriol). Viele Hausärzte messen nur das Calcidiol. Das kann irreführend sein, weil ein scheinbar niedriger Calcidiol-Wert bei gleichzeitig hohem Calcitriol darauf hinweist, dass der Körper das Molekül bereits aktiv umwandelt. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Ein Rheuma-Patient hatte ein Calcidiol von 9 (sehr niedrig), aber ein Calcitriol von 100 — das Verhältnis war damit stark verschoben. Ohne beide Werte wurde Hochdosis-Vitamin‑D gegeben, was das Immunsystem noch zusätzlich aktivierte und die Autoimmunaktivität verschlechterte.
Was bedeutet dieses Verhältnis praktisch — und wann ist Handlungsbedarf gegeben?
Dr. Burghardt erklärt weiter: Entscheidend ist die Vitamin‑D‑Ratio (Calcidiol geteilt durch Calcitriol). Ein gesundes Verhältnis liegt typischerweise unter 1, das heißt: Calcidiol sollte höher sein als Calcitriol. Werte über 1,5–3 deuten auf eine stille Entzündung (Silent Inflammation) hin; Werte wie 5–11 sind bei chronischer Erkrankung kritisch. Selbst moderate Verschiebungen wirken oxidativ und proinflammatorisch, fördern Arteriosklerose, Verkalkungen und Osteoporose. Deshalb empfiehlt Dr. Burghardt, diese beiden Marker im Jahres-Check-up zu berücksichtigen.

Wie sollte man Vitamin D einnehmen — täglich oder in hohen Wochendosen?
Dr. Burghardt rät: Tägliche, moderate Dosierung ist in der Regel sinnvoller als seltene, sehr hohe Dosen. Wird Vitamin D nur ein- bis zweimal pro Woche in hohen Einheiten verabreicht, signalisiert der Körper eine Überversorgung und versucht, das Molekül auszuscheiden — die Bioverfügbarkeit sinkt. Bei täglicher Gabe hat der Körper die Möglichkeit, bedarfsgerecht zu nutzen und umzuwandeln. Das ist besonders wichtig, wenn der Vitamin‑D‑Stoffwechsel durch Entzündung oder Rezeptor‑Dysfunktionen gestört ist.

Welche Ursachen können dazu führen, dass das Verhältnis zwischen Calcidiol und Calcitriol verschoben ist?
Dr. Burghardt erläutert: Ursache können stille Entzündungen, bakterielle Toxine, genetische Variationen des Vitamin‑D‑Rezeptors (VDR) oder ein Mangel an Bindungsproteinen sein. Bakterielle Gifte können den VDR schwächen, wodurch die Steuerung der Umwandlung und Genaktivierung gestört wird. Auch Toxin‑Belastung, schlechte Omega‑3/Omega‑6‑Balance, geringer Polyphenol‑Status oder fehlende Vitamin‑bindende Proteine (z. B. aus Kolostrum, Milchprodukten wie Kefir) spielen eine Rolle. Deshalb empfiehlt Dr. Burghardt eine ganzheitliche Ursachenanalyse — die Brücke von Schulmedizin und Ganzheitsmedizin ist hier entscheidend.

Gibt es praktische Strategien, um den Vitamin‑D‑Rezeptor (VDR) wieder „freizuräumen“?
Dr. Burghardt weist darauf hin: Sekundäre Pflanzenstoffe wie Quercetin können den VDR aktivieren. Ebenso sind ausreichende Vitamin‑bindende Proteine wichtig, damit das aktive Molekül an den richtigen Ort transportiert wird. In der Praxis arbeitet man oft mit Mikronährstoffen (Omega‑3, Polyphenole, Magnesium, Zink) und gegebenenfalls mit medizinischen Optionen, wenn es sinnvoll ist. Manchmal kann ein Medikament (z. B. Olmesartan) positive Effekte auf den VDR haben — das ist jedoch nur im individuellen ärztlichen Kontext zu prüfen.

Müssen Sie Vitamin D immer zusammen mit Vitamin K2 (oder K1) geben?
Dr. Burghardt empfiehlt: Ja — Vitamin D wirkt nicht isoliert. Für Genwirkung ist Vitamin A wichtig (als Co‑Aktivator des RXR). Für den Kalziumstoffwechsel sind K1 und K2 wichtig, wobei K2 (besonders MK‑7) oft stärker in Bezug auf Gefäß‑ und Knochenstoffwechsel wirkt. Zusätzlich kann Vitamin E sinnvoll sein, um oxidative Schäden an Membranen und Rezeptoren zu reduzieren. Die sichere Variante ist eine kombinierte Formel A + D + E + K1 + K2 in geeigneten Dosierungen — Synergien vermeiden Nebenwirkungen einzelner Hochdosen.

Was sind konkrete Empfehlungen für Ihre jährliche Vorsorge?
Dr. Burghardt rät: Lassen Sie mindestens die beiden Vitamin‑D‑Marker (25‑OH‑Calcidiol und 1,25‑(OH)2‑Calcitriol) messen — das kostet in der Regel um die 60 Euro und ist selten Kassenleistung. Diese beiden Parameter sollten bei Ihrem Jahres-Check‑up dabei sein, besonders wenn Sie chronische Beschwerden haben. Bei Auffälligkeiten folgt eine ursachenorientierte Diagnostik: entzündungshemmende Ernährung, Toxin‑Reduktion, Mikronährstofftherapie und gezielte Aktivierung des VDR.

FAQ — Häufige Fragen
Kann man Vitamin D überdosieren?
Dr. Burghardt antwortet: Ja, eine Überdosierung ist möglich — vor allem bei hohen, unkontrollierten Einzelgaben ohne Berücksichtigung des Gesamtstoffwechsels. Gefahr entsteht vor allem, wenn das Verhältnis Calcidiol/Calcitriol nicht beachtet wird und Kalzium an falschen Stellen abgelagert wird. Richtig kombiniert und dosiert sind positive Effekte jedoch gut erreichbar.
Reicht Sonnenexposition zur Vitamin‑D‑Versorgung?
Dr. Burghardt erklärt: Sonnenlicht ist wichtig, doch viele Faktoren (Alter, Hauttyp, Jahreszeit, Sonnencreme, Indoor‑Lebensstil) schränken die Synthese ein. Daher ist eine Messung sinnvoll, um festzustellen, ob Sonnenlicht ausreicht oder ob eine Ergänzung nötig ist.
Gibt es einfache Selbsttests für beide Werte?
Dr. Burghardt weist darauf hin: Mittlerweile gibt es Heimtests — diese messen jedoch meist nur das 25‑OH‑Calcidiol. Einen vollständigen Blick erhält man nur über Labortests, die beide Metaboliten erfassen; es gibt Anbieter, bei denen Sie direkt im Labor die gewünschten Parameter anfordern können.
Wer sollte besonders an eine Kontrolle denken?
Dr. Burghardt empfiehlt: Personen mit chronischen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Long‑Covid, wiederkehrenden Infekten, Osteoporose, unerklärlichen Muskelschmerzen oder bei familiären Herz-Kreislauf‑Erkrankungen. Grundsätzlich empfiehlt er die Messung als Teil des jährlichen Check‑ups für viele Erwachsene.
Praktische Schritte für Sie
- Lassen Sie 25‑OH‑Calcidiol und 1,25‑(OH)2‑Calcitriol messen (ggf. beim Labor direkt anfordern).
- Besprechen Sie nicht nur einen Einzelwert, sondern die Ratio und mögliche Ursachen (Entzündungen, Toxine, VDR‑Dysfunktion).
- Setzen Sie auf tägliche, moderate Dosen und kombinierte Mikronährstoffformeln (A, D, E, K1, K2, Magnesium, Omega‑3) statt isolierter Hochdosen.
- Wenn nötig, ziehen Sie einen spezialisierten Arzt oder funktionellen Mediziner hinzu, der Ursachenorientierung praktiziert.
Weiterführende Angebote von QS24
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Warum Sie jetzt handeln sollten
Dr. Burghardt unterstreicht: Frühe Kontrolle und ursachenorientierte Therapie sind Investitionen in Lebensqualität und Gesundheitsspanne. Stille Entzündungen summieren sich — Sie können ihnen begegnen, indem Sie die richtigen Marker messen, Synergien nutzen und die Brücke von Schulmedizin und Ganzheitsmedizin bewusst beschreiten.
FAQ Kurzübersicht
- Was kostet die Doppelbestimmung? Ungefähr 60 Euro, oft nicht Kassenleistung.
- Ist Vitamin D gefährlich? Bei falscher Dosierung und ohne Berücksichtigung der Ratio ja — bei richtiger Kombination und Dosierung ist es sehr nützlich.
- Welche Supplements sind sinnvoll? Kombinationspräparate mit A, D, E, K1, K2 plus Magnesium und Omega‑3 sind oft die beste Strategie.
Abschließende Worte
Dieses Interview mit Dr. Christian Burghardt zeigt: Vitamin D ist ein komplexes, hormonähnliches Steuermolekül. Eine kluge Diagnose und eine ursachenorientierte Therapie können Ihr Risiko für Alterskrankheiten, Verkalkungen und Osteoporose senken und Ihre Lebensqualität deutlich steigern. Nutzen Sie die Angebote von QS24 — von der App über die Academy bis zu den Sprechstunden — und bleiben Sie informiert.
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In Dankbarkeit,
QS24 — Schweizer Gesundheitsfernsehen














